Deutsches Buch- und Schriftmuseum Leipzig

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Dauerausstellung

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SchriftBild. Russische Avantgarde

Vom 5. Juni bis zum 4. Oktober 2015 zeigt das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek die Ausstellung "SchriftBild. Russische Avantgarde".

Die Ausstellung "SchriftBild. Russische Avantgarde" gibt einen Einblick in ein Jahrhundert-Experiment: Der bürgerlich-akademischen Kultur im Russland des beginnenden 20. Jahrhunderts setzen die Künstler der russischen Avantgarde eine Neudefinition von Kunst entgegen. Nicht nur der jahrhundertelang tradierte Unterschied von Hochkultur und Alltagskultur, auch die Grenzen zwischen den Künsten werden eingerissen. Sprache, Schrift und Bild verschmelzen zu einer Synthese, neue Zeichenwelten mit universellem Anspruch entstehen. In einer fieberhaften Suche nach einer neuen Bildsprache schlagen die Künstler Brücken zwischen technischem und kulturellem Fortschritt, erträumen eine dynamische Welt, in der Menschen Maschinen und Maschinen Menschen befeuern und schaffen visionäre bildliche Paradoxe.

Als die "neuen Wilden" der russischen Kultur vor 100 Jahren ihre Kunst selbstbewusst "eine Ohrfeige" gegen den bürgerlichen Geschmack ihrer Zeit nannten, ahnte die akademische Kunstwelt nicht, welchen Schlag ihr die Avantgardisten mit ihren Werken versetzen würden. Von der politischen Elite der jungen Sowjetunion anfangs als Propagandakunst neuen Typs bejubelt, fallen die Künstler der russischen Avantgarde in ihrer unbändigen Neuerungswut unter Stalin in Ungnade. Weder der theoretische Ansatz noch die umfassende Protestgeste der jungen Künstler passen zu der staatlich gesteuerten Agitationskunst des sowjetischen Realismus.

Der kulturelle Einfluss der russischen Avantgarde auf die aufkommende Moderne des 20. Jahrhunderts ist kaum hoch genug einzuschätzen: Weder Yves Klein noch Barnett Newman, Ad Reinhardt oder Donald Judd sind ohne diesen Modernisierungsschub denkbar. Die gestalterische Revolution der russischen Avantgarde überrascht auch 100 Jahre nach ihrer Entstehung durch eine unverwechselbare Modernität und "Unverbrauchtheit" und wirkt in Kunst und Typografie, Malerei, Plakatdesign, Werbung und Buchgestaltung bis heute stilprägend.

Ausstellungseröffnung am 4. Juni um 19:30 Uhr

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Donnerstag, den 4. Juni um 19:30 Uhr im Museumsfoyer der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig statt.

Begrüßung: Michael Fernau, Direktor der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig
Einführung: Dr. Stephanie Jacobs, Leiterin des Deutschen Buch- und Schriftmuseums
Zur Ausstellung: Faina Balakhovskaya, State Museum and Exhibition Center ROSIZO
Begleitprogramm: Axel Thielmann, Sprache und Gesang. Mit musikalischer Begleitung

Führungen durch die Ausstellung

25. Juni, 11 Uhr / 10. September, 11 Uhr / 29. September, 11 Uhr

Öffnungszeiten

Das Buchmuseum Leipzig hat zu diesen Zeiten geöffnet:

Di+Mi 10:00–18:00 Uhr
Do 10:00–20:00 Uhr
Fr+Sa 10:00–18:00 Uhr

An Feiertagen (außer montags) 10 - 18 Uhr

Deutsches Buch- und Schriftmuseum Leipzig

Deutsche Nationalbibliothek
Deutsches Buch- und Schriftmuseum
Deutscher Platz 1
04103 Leipzig



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