Leipziger literarischer Herbst

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Teilweise freier Eintritt

18. Leipziger literarischer Herbst 2014

WEST-ÖSTLICHER DIVAN: 25 Jahre Friedliche Revolution

02. bis 08. Oktober 2014

Der 9. Oktober 1989 gilt als Durchbruch zur Friedlichen Revolution und wird in der Geschichte als Wendepunkt bezeichnet. Er markiert eine historische Zeitenwende in Deutschland, wie auch in Mittel- und in Mittelosteuropa. Im Zuge des bevorstehenden 25. Jahrestages widmet sich der 18. Leipziger literarische Herbst der Friedlichen Revolution. Das Festival wird die Vielfalt des literarischen Lebens der Stadt Leipzig in den Vordergrund rücken und vorrangig ein Rückblick sein auf 25 Jahre gesamtdeutscher und europäischer literarischer Aufarbeitung des Herbstes 1989. Präsentiert werden zudem neue Literatur des In- und Auslandes sowie am diesjährigen Thema orientierte Neuerscheinungen des Buchmarktes.

Hier die Auswahl der Veranstaltungen, bei denen der Eintritt frei ist.

DIE FREIHEIT WAGEN, Episode I

Freitag, 3. Oktober 2014, 11:00 Uhr
Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, Dittrichring 24, 04109 Leipzig
Eintritt frei

Lesung und Gespräch mit Joachim Walther und Sylvia Kabus
Moderation: Reinhard Bohse
Joachim Walthers Sachbuch „Sicherungsbereich Literatur“ dient der Aufhellung eines problematischen Kapitels der DDR-Literatur. Erpressung und Utopie-Gläubigkeit spielten bei der Bereitschaft von Schriftstellern und Künstlern, mit dem MfS zusammenzuarbeiten, eine ebensolche Rolle wie Neid und Machtbedürfnis. Das Buch versteht sich, wie auch Sylvia Kabus‘ Beitrag, als eine Quelle der politischen Aufarbeitung eines Teils der DDR-Kultur.

Veranstalter: Bürgerkomitee Leipzig e.V. für die Auflösung der ehemaligen Staatssicherheit (MfS)
Reihe: Novitäten nicht nur aus Leipzig

DIE FREIHEIT WAGEN, Episode II

Freitag, 3. Oktober 2014, 13:00 Uhr
Nikolaikirche, Nikoleikirchhof, 04109 Leipzig
Eintritt frei

Lesung und Gespräch mit Andreas Reimann und Christoph Kuhn
Moderation: Michael Hametner

Andreas Reimann wurde Anfang 1966 wegen ablehnender Haltung gegenüber der Kulturpolitik der SED am Literaturinstitut Johannes R. Becher exmatrikuliert. Am 1. Oktober 1968 verhaftete man den Schriftsteller wegen staatsgefährdender Hetze und verurteilte ihn zu zwei Jahren Haft. Nach seiner Entlassung am 1. Oktober 1970 arbeitete er als Transportarbeiter, Brauereihilfsarbeiter und Lohnbuchhalter. Kaum Veröffentlichungsmöglichkeiten vor dem Herbst 1989 waren die Konsequenz seiner, wie auch Christoph Kuhns klarer politischer Haltung.

Veranstalter: Nikolaikirche
Reihe: Novitäten nicht nur aus Leipzig

DIE FREIHEIT WAGEN, Episode III

Freitag, 3. Oktober 2014, 16:00 Uhr
Reformierte Kirche, Tröndlinring 7, 04105 Leipzig
Eintritt frei

Lesung und Gespräch mit Christoph Wonneberger und Thomas Mayer

„Der nicht aufgibt“ betitelt Thomas Mayer seine Biographie über den Pfarrer Christoph Wonneberger, ein Wegbereiter der Friedlichen Revolution. „Konsequenz und Einmischungswille prägten ihn wie auch der Drang nach Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit. (…) Das Buch beschränkt sich nicht auf die politische Wirkung Wonnebergers, es zeigt den Menschen mit seinen Konflikten, den Mann der Kirche und die Auseinandersetzungen mit ihr. Es gewährt Einblick in die massive Stasiüberwachung, die den Pfarrer jedoch nie ganz ausschalten konnte.“

Veranstalter: Reformierten Kirche
Reihe: Novitäten nicht nur aus Leipzig

DIE FREIHEIT WAGEN, Episode IV

Freitag, 3. Oktober 2014, 18:00 Uhr
Neues Rathaus, Martin-Luther-Ring 4-6, 04109 Leipzig
Eintritt frei

Lesung und Gespräch mit Werner Heiduczek und Jens Wonneberger
Moderation: Ingrid Sonntag

„Ich weiß nicht, wann mein 'Kleiner Oktober' begann“, schreibt der Autor Werner Heiduczek im gleichnamigen Essay. „Vielleicht an einem 17. Juni in Merseburg oder 1956 in Budapest, vor einer Augustmauer in Berlin oder nach einem 'Prager Frühling' …“
Dass der 1960 geborene Schriftsteller Jens Wonneberger Bauingenieurwesen studierte, später unter anderem als Reinigungskraft und Verkäufer arbeiten musste und erst seit 1992 als freier Autor und Literaturredakteur arbeiten kann, erzählt viel von der Biographie eines politisch Unangepassten in der DDR.

Reihe: Novitäten nicht nur aus Leipzig

Hoffnung, Fremdheit und Verstörung
Die Friedliche Revolution in zwei neuen deutschen Romanen

Freitag, 3. Oktober 2014, 18:30 Uhr
Fleischerei, Jahnallee 23, 04109 Leipzig
Eintritt frei

Es lesen:
Babet Mader, Berlin
Nicola Nürnberger, Berlin
Moderation: Rainer Höltschl

Je eine Autorin aus Ost und West erzählen in ihren Romanen über die Veränderungen der Jahre 1989 ff.
Babet Mader, aufgewachsen in Ostberlin, liest aus ihrem Roman "Väter" über die Kindheit und Jugend ostdeutscher Männer von den 70er Jahren bis kurz nach 1989. Männliche Gefühlsinnenwelt und weibliche Außenperspektive finden zu einem ganz eigenen Ton.
Nicola Nürnberger, geboren in Frankfurt am Main, schildert in ihrem neuen Roman "Berlin wird Festland" die Veränderungen im Ost- und Westteil des gerade wiedervereinigten Berlin Anfang der 90er Jahre. Wie sah Berlin damals aus, wie fühlte sich Berlin an, als sich die Stadt neu erfand – erzählt von einer jungen Frau, die in dieser Umbruchsituation Leben und Liebe entdeckt.

Veranstalter: Open House Verlag
Reihe: Novitäten nicht nur aus Leipzig


Ein Porträt der Kinder der Solidarność

Freitag, 3. Oktober 2014, 20:00 Uhr
Club des Café Telegraph, Dittrichring 18, 04109 Leipzig
Eintritt frei

Paulina Wilk: "Znaki Szczególne"/"Besondere Kennzeichen"
Lesung mit der Autorin Paulina Wilk
Lesung des deutschen Texts: Corinna Waldbauer
Moderation: Benjamin Voelkel, Berlin

25 Jahre nach dem Sieg der Solidarność in Polen, hat Paulina Wilk es gewagt, einen Generationsroman zu schreiben. „Besondere Kennzeichen“ spiegelt die Erlebnisse der Generation, welche die letzte Dekade der Volksrepublik Polen und die Transformation in Polen erlebt haben und von diesen Entwicklungen geprägt wurden.
In die Freude an der errungenen Freiheit mischt sich bei der Generation 30+ immer wieder die Frage, welcher Preis dafür gezahlt wurde. Paulina Wilk hat in ihrem Roman ihre Wahrnehmung der Wirklichkeit vor und nach 1989 in Literatur gefasst. Ihr Fazit - wir haben mit der Transformation sehr viel gewonnen und dennoch ist einiges auf der Strecke geblieben.

In Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk Sachsen der Deutschen Gesellschaft e.V. und dem Polnischen Institut Berlin, Filiale Leipzig. Gefördert von der Stiftung für Deutsch-polnische Zusammenarbeit.

Reihe: Leipzig international

Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent

Samstag, 4. Oktober 2014, 19:00 Uhr
Deutsche Nationalbibliothek, Deutscher Platz 1, 04103 Leipzig
Eintritt frei

Lesung und Gespräch mit Philipp Ther
Moderation: Andreas F. Rook

Als im November 1989 die Mauer fiel, begann ein Großexperiment kontinentalen Ausmaßes: Die ehemaligen Staaten des „Ostblocks“ wurden binnen kurzer Zeit auf eine neoliberale Ordnung getrimmt und dem Regime der Privatisierung und Liberalisierung unterworfen. Phillip Ther war vor Ort, als die Menschen damals in Prag auf die Straße gingen, später lebte er mehre Jahre in Tschechien, Polen und der Ukraine. In seinem Buch legt er eine umfassende Analyse der neuen Ordnung auf dem alten Kontinent vor – und zwar erstmals in gesamteuropäischer Perspektive.

Veranstalter: Deutsche Nationalbibliothek

Reihe: Leipzig international

Ins eisige Herz Sibiriens
Reise von Moskau nach Wladiwostok

Samstag, 4. Oktober 2014, 20:00 Uhr
Café "bau bau" der Galerie für Zeitgenössische Kunst, Karl-Tauchnitz-Str. 9, 04107 Leipzig)
Eintritt frei

Lesung mit Jacek Hugo-Bader
Moderation: Benjamin Voelkel, Berlin

Jacek Hugo-Bader (Jahrgang 1957) ist Reporter der "Gazeta Wyborcza" und ein Kenner Russlands sowie der Nachfolgestaaten der Sowjetunion. In seiner packenden literarischen Reportage „Ins eisige Herz Sibiriens“ beschreibt der polnische Journalist einen höllischen Roadtrip von Moskau nach Wladiwostok. Ausgerüstet mit einem alten russischen Jeep durchquert er Russland in der winterlichen Kälte. Dem Autor gelingt es mit seiner bildhaften und expressiven Sprache mitten ins Herz dieser spröden und oft unzugänglichen Region vorzudringen. Auf seinem Weg kommt er mit den unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch. Hugo-Bader, der in der Tradition der berühmten Reisereportagen Ryszard Kapuścińskis schreibt, porträtiert eindrucksvoll ein noch unentdecktes Land und seine Überlebenskünstler.

Veranstalter:
Bildungswerk Sachsen, Deutsche Gesellschaft e.V. und das Polnische Institut Berlin - Filiale Leipzig. Gefördert von der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit.

Reihe: Leipzig international

poet-Leseparty

Samstag, 4. Oktober 2014, 20:00 Uhr
Club des Café Telegraph, Dittrichring 18-20, 04109 Leipzig
Eintritt frei

Es lesen
Carl-Christian Elze (Leipzig)
Marcella Melien (Hildesheim/Leipzig)
Odile Kennel (Berlin)
Roland Erb (Leipzig)
Begrüßung: Andreas Heidtmann
Moderation: Jan Kuhlbrodt, Katharina Bendixen
Musik: Karolina Trybala Jazz/Chanson

Auf der poet-Leseparty (poet 17) darf mit einer bunten, literarisch spannenden Mischung aus Lesung, Autorendialog und Life-Musik gerechnet werden. Zu den Lesenden gehören junge Erzählerinnen wie Marcella Melien und Dichter wie Roland Erb, der die Brüche der Zeiten miterlebt hat. Nach seinem Debüt im Aufbau-Verlag 1981 erhielt er ein mehrjähriges Publikationsverbot. In der Reihe Neue Lyrik bringt er in diesem Herbst seinen neuen Gedichtband heraus, der Ereignisse der jüngeren Geschichte reflektiert, die Friedliche Revolution eingeschlossen.
Weitere Autoren (Carl-Christian Elze, Odile Kennel) werden lesen und auch etwas zum poet-Thema "Literatur und Vergänglichkeit" zu sagen haben.

Veranstalter: poetenladen

Reihe: Novitäten nicht nur aus Leipzig

Auf Messers Schneide - Die Gewaltlosigkeit im Herbst 89

Montag, 6. Oktober 2014, 19:00 Uhr
Leipziger Stadtbibliothek, Wilhelm-Leuschner-Platz 10-11, 04107 Leipzig
Eintritt frei

Gespräch mit Superintendent i.R. Friedrich Magirius, Dr. Kurt Meyer, Uwe Schwabe und Generalmajor a.D. Gerhard Straßenburg unter Leitung von Dr. Reiner Tetzner.

Die atmosphärische Spannung in der DDR erreichte am 9. Oktober ihren Höhepunkt. In Leipzig hatte die SED-Führung in großer Zahl Polizei, MfS und Kampfgruppen zusammengezogen, um den Befehl Honeckers durchzusetzen, die Demonstration aufzulösen. Erstmals fanden in fünf Kirchen Friedensgebete statt. Warum gelang den 70.000 Demonstranten, – trotz Konfrontation mit der Staatsmacht in den Tagen zuvor – friedlich über den Ring zu laufen und so das System zum Kippen zu bringen? Worin bestand der Unterschied zu aktuellen Massenprotesten wie in den arabischen Ländern und der Ukraine?

Veranstalter: Arbeitskreis für vergleichende Mythologie e.V.

Reihe: Novitäten nicht nur aus Leipzig

Grenzerfahrungen – Chamisso Preisträger

Montag, 6. Oktober 2014, 19:00 Uhr
Deutsche Nationalbibliothek, Deutscher Platz 1, 04103 Leipzig
Eintritt frei

Lesung und Gespräch mit Adel Karasholi
Moderation: Elmar Faber

Ein zentrales Motiv im lyrischen Werk Adel Karasholis ist das Gefühl der Fremde. Erfahrungen des Exils, der Heimatlosigkeit und Sehnsucht nach Sicherheit und Asyl finden vorerst im Leipzig der DDR ein Ende und ihren eigenen Ausdruck in zahlreichen lyrischen Texten, verfasst in deutscher Sprache. Vorerst. Denn mit der Friedlichen Revolution 1989 und dem Zusammenbruch der DDR holen Karasholi die eigenen Geschichten wieder ein. In Lesung und Gespräch schildert und reflektiert der aus Syrien stammende Schriftsteller und Übersetzer Erinnerungen aus dieser Zeit.

Veranstalter: Deutsche Nationalbibliothek

Diese Veranstaltung sowie eine Schullesung finden mit freundlicher Unterstützung der Robert Bosch Stiftung statt.

Reihe: Leipzig international

Grenzerfahrungen – Chamisso-Preisträger

Montag, 6. Oktober 2014, 19:00 Uhr
Bibliotheca Albertina, Beethovenstraße 6, 04107 Leipzig
Eintritt frei

Lesung und Gespräch mit Artur Becker
Moderation: Bernd Karwen

Ein Todesfall führt zwei Liebende wieder zusammen, die keine sein durften. In den Trauerstunden teilen sie nun alte Erinnerungen: an längst verstorbene oder vergessene Freunde, an unberührte Orte in den Masuren, an gefährliche Abenteuer wie an philosophische Diskurse.
Artur Beckers Prosa beschreibt sensibel Schicksale von Liebenden in zerrissenen Verhältnissen. Damit verbunden sind Reisen durch Raum und Zeit, deren Hintergrund die stetige Auseinandersetzung des Autors mit der politischen Transformation Polens zwischen 1980 und 1994 bildet. Diese Themen finden sich auch in der im Herbst neuerscheinenden Novelle, aus der Artur Becker schon vor der Frankfurter Buchmesse erste Auszüge präsentiert.

Veranstalter: Bibliotheca Albertina

Diese Veranstaltung sowie eine Schullesung finden mit freundlicher Unterstützung der Robert Bosch Stiftung statt.

Reihe: Leipzig international

Der durstige Pegasus
„Davor und danach: 25 Jahre Friedliche Revolution“

Montag, 6. Oktober 2014, 20:00 Uhr
Universitätsstraße 9, 04109 Leipzig
Eintritt frei

Moderation: Elia van Scirouvsky

Im Herbst 89 erkämpften sich mutige und kritische Bürger der DDR ihre Freiheit mit den Füßen. Doch was passierte zuvor? Und wie ging es weiter nach der Öffnung der Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten: Friedensgebete, Montagsdemonstrationen, Massenflucht über Ungarn und die ČSSR, das Zerbrechen der Machtstrukturen in SED und DDR.
Das Jahr 1989 war voller spannender Ereignisse, deren Vor- und Folgegeschichte Autorinnen und Autoren der Schreibwerkstatt des VS am Literaturhaus Leipzig in Sprache gesetzt haben.
Zur ältesten durchgehend bestehenden Lesebühne auf dem europäischen Festland werden einige Autoren der Schreibwerkstatt ihre Texte vorstellen und darüber ins Gespräch kommen.

Veranstalter: Moritzbastei

Reihe: Novitäten nicht nur aus Leipzig

Ralph Grüneberger „Ein Jahr ohne Sommer“
Ab 3 Personen Gruppenbildung

Dienstag, 7. Oktober 2014, 14:00 Uhr
Rudolf Hildebrand Schule, Mehringstraße 8, 04416 Markleeberg
Eintritt frei

Der Leipziger Autor liest einen Auszug aus seinem in Arbeit befindlichen Roman, darin schildert er die Ereignisse am Abend des 7. Oktober 1989 im Zentrum der Messestadt. Jesse, einer der Protagonisten des Romans, hatte sich am 2. Oktober 1989 spontan dem Zug der Montagsdemonstranten angeschlossen. Er wird 5 Tage später, am „Republikgeburtstag“, als sogenannter Provokateur von der Volkspolizei zugeführt und aufgrund der Überfüllung der Leipziger Gefängnisse mit vielen anderen in einem Pferdestall auf dem agra-Gelände in Markkleeberg festgehalten und verhört.

Veranstalter: Förderverein der Rudolf Hildebrand Schule

Reihe: Novitäten nicht nur aus Leipzig

Camille de Toledo präsentiert „Vergessen, verraten, dann verschwinden“

Dienstag, 7. Oktober 2014, 19:00 Uhr
Institut français Leipzig, Thomaskirchhof 20, 04109 Leipzig
Eintritt frei

In französischer Sprache mit deutscher Übersetzung

Moderator       Dr. Michel Gribenski
Autor               Camille de Toledo

Der französische Autor Camille de Toledo liest „Das Märchen vom Vater, vom Sohn und vom zerbrochenen Glas“ aus dem letzten Band seiner „Trilogie européenne“, Oublier, trahir, puis disparaître („Vergessen, verraten, dann verschwinden“), 2014 bei den Editions du Seuil veröffentlicht nach Le Hêtre et le Bouleau - Essai sur la tristesse européenne (2009) und Vies pøtentielles (2010) sowie Auszüge aus L'Inquiétude d’être au monde, einem Essay, der auf Deutsch in Lettre International erscheint. Zwischen dem Märchen und der mythologischen Erzählung beschwört Oublier, trahir, puis disparaître die europäische Zeit an der Wende des 20. und 21. Jahrhunderts herauf, wo sich die Frage der Vergessenheit und des Verrats intensiv stellt. Camille de Toledo lebt in Berlin. Die deutschen Übersetzungen dieser Texte, teilweise noch unveröffentlicht, wurden von Dieter Hornig verfasst.

Veranstalter: Institut français Leipzig

Reihe: Leipzig International

"Feuerschlange"

Dienstag, 7. Oktober 2014, 19:00 Uhr

IHK zu Leipzig, Goerdelerring 5, 04109 Leipzig
Eintritt frei

Freuden und Leiden zweier Familien in herausfordernden Zeiten

Lesung mit Stefan Tschök

25 Jahre nach dem Mauerfall blickt Autor Stefan Tschök noch einmal zurück: Entbehrungsreichtum prägt die Lebensumstände der Nachkriegsgeneration im geteilten Deutschland, so auch die der Familien Trösch und Tippner. Der familiäre Zusammenhalt sorgt für viele erinnerungswürdige Momente, doch auch Konflikte bahnen sich zunehmend an zwischen Eltern und den Kindern, die in die sich etablierende DDR hineinwachsen.
Konformität, Rebellion, Überwachung, Zukunftsperspektiven und der ganz normale Alltag bilden – ganz ohne künstliches, überspitztes Drama – einen Spiegel der DDR-Zeit. Ein autobiografischer Roman.

Veranstalter: fhl Verlag

Reihe: Novitäten nicht nur aus Leipzig

"The Limelight City"

Dienstag, 7. Oktober 2014, 20:00 Uhr
Shakunda, Karl-Liebknecht-Straße 102, 04275 Leipzig
Eintritt frei

Veranstaltung in englischer Sprache

Moderation: Stewart Tunnicliff

Ein Vierteljahrhundert danach: literarische Schnappschüsse des zeitgenössischen Leipzigs - nach der Wende geborene jugendliche Autoren stellen in Gedichten und Kurzprosa ihre Heimatstadt dar - von begeistert bis kritisch, von lyrisch bis lustig, von heiter bis düster. Genau und wortgewandt fangen die Jugendlichen die Schönheit und die Zerbrechlichkeit unserer bunten Stadt im Schnittpunkt der Kulturen ein. Die Veranstaltung besteht aus literarischen Höhepunkten des Projekts "The Limelight City" - einer Zusammenarbeit der Oberstufenschüler der Freien Waldorfschule Leipzig und Leipzig Writers e.V.
Es lesen u. a. Richard Aude, Anastasia und Arthur Zebrowski, SophieKranhold

Veranstalter: Leipzig Writers e.V.
Reihe: Leipzig International

„Erinnerung an Wolfgang Hilbig“

Dienstag, 7. Oktober 2014, 20:00 Uhr

Connewitzer Verlagsbuchhandlung, Schuhmachergäßchen 4, 04109 Leipzig
Eintritt frei

Buchpräsentation, Lesung und Gespräch mit Margret Franzlik
Moderation: Volker Hanisch

Es ist ein sehr persönliches, der vielen faksimilierten Zeitzeugnisse wegen zugleich historisch bedeutsames Buch, das Margret Franzlik geschrieben hat – „Erinnerung an Wolfgang Hilbig“ gibt Einblick in die gemeinsam erlebte Wirklichkeit zwischen 1969 und 2007. Dazwischen: der 9. November 1989, an dem der Dichter der ehemaligen Lebensgefährtin eine vielsagende Postkarte aus Westdeutschland schickt. In pointierten Miniaturen zeigt Franzlik Wolfgang Hilbig als Alltagsmenschen und Sprachbesessenen, verleugnet aber auch seine ideologiekritische Haltung (zu DDR und Bundesrepublik) nicht. Wer war der „Mensch“ hinter der Dichtung? Nehmen Sie Einblick und diskutieren Sie mit.

Veranstalter: Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft e.V., Leipzig
Mitveranstalter: Connewitzer Verlagsbuchhandlung, Leipzig

Reihe: Novitäten nicht nur aus Leipzig

EINIGKEIT UND …
Poetry Clips – Gedichte anders lesen

Mittwoch, 8. Oktober 2014, 15:00 Uhr

Leipziger Stadtbibliothek, Wilhelm-Leuschner-Platz 10-11, 04107 Leipzig
Eintritt frei

Gespräch mit Dr. Uta Corsa und Thomas Zandegiocomo Del Bel
Moderation: Carl-Christian Elze
Begrüßung: Ralph Grüneberger

25 Jahre nach Öffnung der bis dahin westseitig verschlossenen Lyrikregale und 25 Jahre nach dem ersten systematischen Einsatz von Gedichtfilmen im Deutschunterricht durch den Sender Freies Berlin wirkt sowohl die gedruckte als auch die verfilmte Lyrik als Randerscheinung. Das nunmehr größere Deutschland hat ihren Einfluss verkleinert. Dabei ist gerade das verfilmte Gedicht, der Poetry Clip geeignet, sich per Tablet PC oder Smartphone rasch zu verbreiten, sich „teilen“ zu lassen.

Mit Beispielen u.a. nach Gedichten von Rose Ausländer, Erich Fried, Ilse Brem, Sigrid Lichtenberger und Kerstin Hensel will das Forum vor allem Pädagogen dazu anregen, Gedichtfilme im Unterricht zu zeigen.

Gesprächspartner sind Dr. Uta Corsa, Geschäftsführerin der Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle in der Landesmedienanstalt Sachsen, und Thomas Zandegiocomo Del Bel, Direktor des ZEBRA Poetry Filmfestivals Berlin.

Veranstalter: Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik (GZL), Leipziger Städtische Bibliotheken

Reihe: Novitäten nicht nur aus Leipzig

Linzer Salon

Mittwoch, 8. Oktober 2014, 18:30 Uhr

Literaturhaus Leipzig, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig
Eintritt frei

Literaturaustausch Österreich, Region Linz und Sachsen
mit Dominika Meindl und Kurt Mitterndorfer

Moderation: Bettine Reichelt, Leipzig

Der Linzer Salon engagiert sich seit einigen Jahren für einen Literaturaustausch zwischen Österreich, insbesondere der Region um Linz, und Sachsen. Auch in diesem Jahr freuen wir uns, wieder zwei Autoren aus Oberösterreich in Leipzig begrüßen zu dürfen.
Dominika Meindl ist Schriftstellerin, Journalistin, Poetry-Slam-Opferlamm (unter dem Namen „Minkasia“), Moderatorin. Gründerin der Lesebühne Original Linzer Worte. Betreibt seit 2005 das Blog „Die Frau mit recht wenigen Eigenschaften“
Kurt Mitterndorfer engagiert sich seit 2004 vor allem interdisziplinär. Zwei Stimmen mit ganz eigener Prägung bereichern den Literarischen Herbst im Rahmen des Linzer Salons.

Bücher von Dominika Meindl: „Die Sau“ (Kehrwasser Verlag) und „In der Heimat der Fußkranken“ (Edition Mokka). Beiträge in den Anthologien „1989“ (Bibliothek der Provinz), „Heiraten schön trinken“ und „Radfahren schön trinken“ (Milena). Im Herbst 2014 erscheint die Lesebühnentextsammlung „Original Linzer Worte“ (ebenfalls Milena).

Veranstalter: Linzer Salon

Reihe: Leipzig international

Mikael Ross, Les Pieds dans le béton, Comics (mit Nicolas Wouters, dt. Übers. „Lauter leben!“), Multimediale Präsentation

Mittwoch, 8. Oktober 2014, 19:00 Uhr

Institut français Leipzig, Thomaskirchhof 20, 04109 Leipzig
Eintritt frei

In deutscher Sprache

Moderation: Dr. Michel Gribenski

Der Comiczeichner Mikael Ross lädt zu einer multimedialen Präsentation seiner in Zusammenarbeit mit dem belgischen Autor Nicolas Wouters entstandenen Graphic Novel ein, deren deutsche Übersetzung im Avant-Verlag erscheint. Sie erzählt von Martin und Thomas, die in ihrer Jugend in Belgien eine symbiotische Beziehung verband und deren Lebenswege in der Berliner Punkszene der 1990er Jahre auseinanderdriften. Jahre später läuft Martin in Brüssel seinem alten Freund Thomas in die Arme, der verlebt und ziellos durch die Nächte der belgischen Hauptstadt treibt. Aber auch Martin steckt in einer Sackgasse fest, seine Ehe steht vor dem Aus. Die ungleichen Freunde brechen zu einer letzten gemeinsamen Reise auf ... unter dem Motto „Lauter Leben“!

Veranstalter: Institut français Leipzig

Reihe: Leipzig International

Das jüngste Meer

Mittwoch, 8. Oktober 2014, 19.30 Uhr

Shakunda, Karl-Liebknecht-Straße 102, 04275 Leipzig
Eintritt frei

Ein Urlaub auf der Krim zu Zeiten der Perestroika, eine Suche nach Liebe in Odessa und eine gefährliche Wanderung von Lemberg nach Leipzig, während in Kiew die orangenen Fahnen wehen ...
In ihren Geschichten beschäftigen sich die Ukrainerin Svetlana Lavochkina und ihre deutsche Kollegin Diana Feuerbach mit einem Land, von dem die Welt spricht. Ukraine – das heißt übersetzt „an der Grenze“. Freundschaften überwinden Grenzen; der literarische Austausch der beiden in Leipzig lebenden Autorinnen lädt das Publikum ein zur Zeitreise in die jüngste Vergangenheit.

Diana Feuerbach, Autorin des Romans "Die Reise des Guy Nicholas Green", ist die Gewinnerin des MDR-Publikumspreises.
Svetlana Lavochkina ist die Gewinnerin des Pariser Literaturpreises 2013 mit der Novelle „Dammherzogin“.

Veranstalter: Leipzig Writers e.V.
Reihe: Leipzig international

Abschlussveranstaltung des 18. Leipziger Literarischen Herbstes
Lesung und Gespräch mit Christoph Hein

Mittwoch, 8. Oktober 2014, 19:30 Uhr

Literaturhaus Leipzig, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig
Eintritt frei

Moderation: Elmar Faber

Christoph Hein hat für Leipzig den Begriff „Heldenstadt" geprägt. Bekannt geworden ist der Schriftsteller durch seine erfolgreiche Novelle „Der fremde Freund", die 1982 in der DDR veröffentlicht wurde und 1983 unter dem Titel „Drachenblut" erschien. "Die erfundene Wirklichkeit der Kunst wirkt auf die tatsächliche zurück, erläutert und kommentiert sie, erklärt sie beruhigend und beunruhigend. Sie hebt die alltägliche und darum unsichtbare Wirklichkeit in unser Blickfeld", so Christoph Hein in seinem Essay "Sprache und Rhythmus". Zahlreiche Romane, Erzählungen, Theaterstücke und Essays hat der Schriftsteller veröffentlicht. Seine Literatur und seine kritische Auseinandersetzung mit politischen Vorgängen im geteilten und geeinten Deutschland sind authentisches Zeugnis. Deutlich zu vernehmen von ihm auch auf der Berliner Großdemonstration am 4. November 1989. Der Verleger Elmar Faber wird mit ihm im Gespräch sein.

Reihe: Novitäten nicht nur aus Leipzig

Weiterführende Informationen

www.leipziger-literarischer-herbst.de

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